Chlorid- und Splittfreier Winterdienst

zum Schutz von Beton, Stahlbeton und technischen Einrichtungen:
Wirkungsvolle Alternativen zu Streusalz und Splitt

Dass Streusalz (NaCl) und andere Chlorid-haltige Winterdiensttaumittel Bauwerke aus Beton bzw. Stahlbeton schädigen, ist seit langem bekannt. Angriffspunkte für die Korrosion sind sowohl die Armierungen des Stahlbetons Bewehrungskorrosion) als auch der Beton selbst. Betroffen sind vor allem Verkehrsbauwerke wie Brücken, Parkdecks und Tiefgaragen. Zur Reduzierung der Streusalzmengen werden auf Verkehrsflächen zusätzlich abstumpfende Streumittel wie Splitt verwendet. Aber gerade Splitt schädigt in erheblichem Maße die Betonoberfläche und technische Einrichtungen. Die Schäden durch Streusalz und Splitt sind in manchen Fällen so weitreichend, dass ganze Parkdecks für den Verkehr geschlossen werden müssen. Chloridfreie Taumittel und geeignete abstumpfende Winterdienstmittel können – richtig eingesetzt – hier nachhaltig Abhilfe schaffen, ohne bei der Verkehrssicherheit Einbußen in Kauf nehmen zu müssen.

Die hohe Chlorid-Belastung, die zur besonders augenfälligen Bewehrungskorrosion führt, entsteht durch den direkten Streusalzeinsatz, aber auch durch im Reifenprofil eingetragenes Streusalz. Streusalz
(NaCl) enthält einen großen Anteil Chlorid, das beim Auftauen in Lösung geht. Normalerweise ist die Stahlbewehrung innerhalb des Betons durch die natürliche Alkalität des Betons (der einen pH-Wert von über 12,5 aufweist) ausreichend vor Korrosion geschützt. Der hohe pH-Wert führt zu einer Passivierung der Stahloberfläche, welche die Korrosion durch Säuren verhindert. Gelangen jedoch die gelösten Chloride durch feinste Risse an die Stahlbewehrung des Betons, so schädigen sie die Passivierungsschicht des Stahls und es besteht die Gefahr der Lochfraßkorrosion.

Bei Stahlbeton gilt eine Chloridbelastung von mehr als 0,4 Massenprozent bereits als problematisch. Oft weisen die betroffenen Bauwerke jedoch erheblich höhere Belastungen auf; in Tiefgaragen wurden schon Werte von bis zu 2,5 % und mehr gemessen. An der Oberfläche scheinbar harmlose Farboder Betonabplatzungen können deshalb zu dem Zeitpunkt, an dem sie als Chlorid-Schäden erkannt werden, bereits zu weitreichenden Beeinträchtigung der Bauteile geführt haben. Dabei sind die Abplatzungen
der Betondeckung auf die sich bildenden Korrosionsprodukte an der Stahlbewehrung zurückzuführen, die ein fünffaches Volumen des Stahls einnehmen können. Liegen außerdem Baumängel vor, wie die Unterschreitung der Mindestbetonabdeckung von 40 mm über Stahlarmierungen, wird die Chlorid-Schädigungsituation von Bauwerken erheblich verschärft.

Neben der Bewehrungskorrosion führt Streusalz auch bei nicht armiertem, unbewehrtem Beton zu Schädigungen. Die Chlorid-Konzentrationsgradienten, die sich im Porenwasser des Betons bilden
führen dazu, dass Porenwasser an der Oberfläche und im Innern friert – im Mittelbereich bleibt es flüssig. Daraus resultieren Spannungsbelastungen, führen zu Abplatzungen. Selbst bei Beton der Expositionsklasse XF4 (Hohe Wassersättigung mit Taumittel oder Meerwasser) sind bei Betonangriffen
durch Frost-Tau-Wechsel noch erhebliche Gewichtsverluste durch Abplatzungen (die in Ihrer Erscheinung Frostschäden ähneln) zulässig.

Wird darüber hinaus Splitt als abstumpfendes Winterdienstmittel zur Verkehrssicherung genutzt entstehen auf Grund der Härte und Scharfkantigkeit des Splitts weitere Belastungen der Betonoberfläche
aber auch der technischen Einrichtungen, wie Rolltreppen oder Entwässerungsanlagen.

Die geschilderte Situation im Winterdienst erfordert ein abgestimmtes Lösungskonzept, dass alle genannten Schädigungsaspekte berücksichtigt.

Die Folgen der Chlorid-bedingten Schädigungen des Betons und des Stahlbetons können durch den Einsatz von Chlorid-freien Taumitteln wie Acetaten und Formiaten erheblich gemildert werden. Besonders geeignet sind Taumittel auf Calcium-Magnesium-Acetat (CMA) Basis. In Nordamerika sind in diesem Zusammenhang umfangreiche Untersuchungen zum Korrosionsverhalten von CMA im Vergleich zu Streusalz durchgeführt worden (TRB Special Report 235, Highway Deicing – Comparing Salt and Calcium Magnesium Acetate, 1991). CMA verhindert Bewehrungskorrosion durch Unterstützung der Passivschichtausbildung auf Stahlarmierungen – sogar die Wiederherstellung von Chlorid-geschädigten Passivschichten wurde beobachtet. CMA mildert in diesem Zusammenhang auch die Folgen von Chloriden, die über Fahrzeugreifen eingetragen werden. Darüber hinaus zeigt CMA auch gegenüber Beton deutlich geringere Frost-Tau-Wechselangriffe.

Die Streusalz(NaCl)-freien Taumittel ICE & DUST-AWAY 25 und ICE & DUST-AWAY PLUS auf Basis einer Calcium-Magnesium-Acetat-Lösung (CMA) senken den Gefrierpunkt von Wasser und wirken als potente Taumittel. Darüber hinaus verhindern sie bei einem präventiven Einsatz die Bildung von Eisschichten und festgefahrenen Schneedecken. Das mit dem nordischen SCHWAN-Umweltkennzeichen prämierte, umweltschonende Taumittel ICE&DUST-AWAY 25 ist unbedenklich für Mensch und Tier, wirkt nicht korrosiv und verursacht keine Schäden an Pflanzen.

ICE & DUST-AWAY 25 und ICE & DUST-AWAY PLUS werden unverdünnt angewendet und wirken optimal auf festen Oberflächen. Diese werden vor bzw. bei einsetzendem Schneefall und vor Eisbildung besprüht. Bestehende Schneeflächen sollten geräumt werden. ICE & DUST-AWAY 25 kann bis
ca. -13° C eingesetzt werden und bleibt ca. 24 Stunden – je nach Witterung – aktiv. ICE & DUSTAWAY PLUS enthält zur Verstärkung der Tauwirkung hochwirksames und umweltschonendes Kaliumformiat und wirkt damit zuverlässig bis zu Temperaturen von max. -18 °C.

Das mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnete ICE Bear Winterstreugranulat ist für den Einsatz als abstumpfendes Winterdienstmittel eine geeignete Alternative zum problematischen Splitt. Dieses natürliche, mineralische Streumittel vulkanischen Ursprungs stumpft Gehwege und Verkehrsflächen augenblicklich ab. Technische Einrichtungen wie z.B. Rolltreppen werden nachweislich nicht geschädigt. ICE Bear Winterstreugranulat ist sparsam im Verbrauch – ein Sack mit 40 Liter Inhalt reicht für 1.000 bis 1.400 m² geräumte Verkehrsflächen; es ist schwimmfähig, verursacht somit keine Schäden im Kanalisationsbereich und muss auch nicht wieder aufgenommen werden.

Fazit: Durch den Einsatz Chlorid-freier Tau- und Streumittel kann der Schädigung von Betonteilen effektiv vorgebeugt werden. Der höhere Preis dieser Winterstreumittel (verglichen mit dem Preis von Salz) wird durch die Vermeidung der kostspieligen Beseitigung von Korrosionsschäden mehr als ausgeglichen. Hinzu kommt die erheblich geringere Belastung der Umwelt.

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